FIZ Home
FIZ
DE
deutsch
 


FIZ auf Facebook

Jetzt Spenden

Aktuell

Medienmitteilung vom 13. April 2017

Die Schonfrist ist vorbei. Der zweite Nationale Aktionsplan muss konkrete Verbesserungen bringen.

PGVO: Erleichterungen für Sexarbeiter_innen

Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Diskriminierung von Sexarbeiter_innen.

Tagung Menschenhandel und Asyl

Impressionen zur ausgebuchten Fachtagung vom 20. März in Bern

Medienmitteilung vom 18. März

Menschenhandel und Asyl: Problemlage, Handlungsbedarf, Tagung am 20. März in Bern


Beratungsstelle für Migrantinnen

Wie berät die FIZ Sexarbeiterinnen?

NZZ vom 11. Februar

Sexarbeit: diverse Artikel zur aktuellen Situation

Fall Maria* - Stand der Dinge

Fall Maria* - Stand der Dinge


Fall Maria* - Stand der Dinge

Maria betreibt seit 15 Jahren einen Kleinsalon in Zürich. In dieser ganzen Zeit gab es nie Beschwerden von der Nachbarschaft. Als Kleinunternehmerin hat sie sich in jahrelanger Arbeit eine eigenständige Existenz aufgebaut. Mit ihrem Verdienst kommt sie für ihre vier Kinder und ihren kranken Ehemann auf. Wegen der PGVO** stellt ihr die Stadt Zürich keine weitere Lizenz für ihren Salon aus. Es droht die Schliessung und damit der Verlust ihrer Lebensgrundlage. Maria gibt aber nicht auf und kämpft um ihre Existenz. Wenn es sein muss, geht sie bis zum Bundesgericht. 

Maria hat das hoch komplexe und teure Baubewilligungsverfahren für ihren Kleinsalon auf sich genommen. Die dafür entstandenen Kosten beliefen sich auf mehrere Tausend Franken.

Die Stadt Zürich lehnte Marias Baubewilligung ab, denn ihr Salon liegt in einer Zone mit über 50 % Wohnanteil, wo die sexgewerbliche Nutzung gemäss Bau- und Zonenordnung (BZO) gänzlich verboten ist. Maria kämpfte weiter und reichte gegen diesen Entscheid einen Rekurs beim Baurekursgericht ein.

In der Zwischenzeit hat sich erfreulicherweise auf der politischen Ebene etwas getan: so hat der Gemeinderat Ende 2016 entschieden, dass das baurechtliche Verbot sexgewerblicher Nutzungen in der BZO für Kleinstsalons in allen Zonen generell aufgehoben werden soll.

Marias Verfahren wurde auf Antrag der Stadt Zürich sistiert und wird dann wieder aufgenommen, wenn über die beabsichtigte BZO-Änderung endgültig entschieden worden ist bzw. die rechtliche Situation klar ist.

Für Maria bedeutet dies, dass sie ihren Kleinstsalon im Moment weiterführen und dadurch weiterhin für ihre Familie aufkommen kann.

Wir freuen uns über diese Entwicklung: ein kleiner aber dennoch wichtiger Schritt gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Sexarbeiterinnen.

Wir danken allen SpenderInnnen für die Unterstützung. Ohne Ihre Hilfe hätte Maria die Kosten für das Verfahren nicht aufbringen können.
 
*Name geändert
**Seit der im Jahr 2013 in Kraft getretenen Prostitutionsgewerbeverordnung (PGVO) werden die Auflagen der Bau- und Zonenordnung (BZO) rigoros kontrolliert. Die BZO verbietet Salons in Gebieten mit mindestens 50% Wohnanteil.

Weitere Infos hier: WOZ Artikel und NZZ Artikel